Gibt es einen Zusammenhang zwischen Beschneidung und vorzeitigem Samenerguss?

Keine wissenschaftliche Untersuchung zeigt einen Zusammenhang zwischen einer im Kindesalter durchgeführten Beschneidung und vorzeitigem Samenerguss.

Illustration einer mit der Lupe untersuchten Seite: wissenschaftliche Information statt Gerüchte

Warum gibt es dazu so viele Gerüchte?

Häufig wird ein Zusammenhang zwischen vorzeitigem Samenerguss und einer im Kindesalter durchgeführten Beschneidung genannt. Diese Ansicht beruht jedoch nicht auf wissenschaftlicher Forschung.

Wurde ein wissenschaftlicher Zusammenhang gezeigt?

Nein. Es gibt keine Studie, die zeigt, dass eine im Kindesalter durchgeführte Beschneidung Jahre später den vorzeitigen Samenerguss beeinflusst. Eine solche Untersuchung durchzuführen ist auch schwierig: Das Kind müsste über Jahrzehnte bis ins Erwachsenenalter begleitet werden. Aussagen wie „Eine mit dieser Methode durchgeführte Beschneidung verhindert später vorzeitigen Samenerguss“ sind daher Gerüchte ohne Beleg.

Womit hängt der vorzeitige Samenerguss zusammen?

Der vorzeitige Samenerguss ist für sich genommen kein Problem der Beschneidung, sondern eher ein Thema, das eine psychologische und psychiatrische Beurteilung erfordert. Tritt eine solche Beschwerde im Erwachsenenalter auf, wendet man sich an eine urologische oder psychiatrische Fachperson.

Was ist das eigentliche Ziel der Beschneidung?

Das eigentliche Ziel ist ein ordentliches Erscheinungsbild, mit dem das Kind mit seinem eigenen Penis zufrieden sein kann. Dafür muss der Eingriff sorgfältig durchgeführt werden. Zustände wie ein verborgener Penis lassen sich bei einer Beschneidung in jungen Jahren besser handhaben. Auch bei Kindern, die in späterem Alter kommen, ist das Ziel, möglichst bald ein ordentlicheres Erscheinungsbild zu erreichen; dabei sollten auch die Gefühle des Kindes zur Beschneidung berücksichtigt werden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information; für eine Beurteilung, die Ihr Kind betrifft, ist eine Untersuchung erforderlich.