Verklebungen nach der Beschneidung

Nach der Beschneidung können Verklebungen zwischen Eichel und umgebender Haut auftreten. Oberflächliche Verklebungen unterscheiden sich von dickeren Hautbrücken; das Vorgehen richtet sich nach der Beurteilung des Befunds.

Illustration: Verklebungen nach der Beschneidung

Was ist eine Verklebung?

Während der Heilung kann die umgebende Haut oberflächlich an der Eichel haften. In manchen Fällen entsteht eine dickere Gewebeverbindung, eine Hautbrücke.

Der Familie kann auffallen, dass sich die Haut nicht vollständig zurückziehen lässt. Einfache Verklebungen sind meist schmerzlos und beeinträchtigen den Alltag nicht.

Warum können sie entstehen?

Fettgewebe um den Penis kann den Kontakt zwischen Haut und Eichel verstärken. Auch die Häufigkeit von Erektionen und der Kontakt der verbliebenen Haut zur Eichel können eine Rolle spielen.

Das im Ausgangstext als „Wachstumsreserve“ bezeichnete Hautgewebe hängt mit der bei Wachstum und Erektion nötigen Elastizität zusammen. Ein Anhaften an der Eichel bedeutet allein nicht, dass erneut beschnitten werden muss.

Was bedeuten weiße Ablagerungen?

Unter Verklebungen können weiße Ansammlungen aus Hautzellen auftreten, sogenanntes Smegma. Sie können äußerlich mit einer Entzündung verwechselt werden. Bei Unsicherheit erfolgt eine ärztliche Beurteilung.

Wie wird vorgegangen?

Viele oberflächliche Verklebungen können sich im Laufe des Wachstums von selbst lösen. Bei Bedarf kann eine unterstützende Creme unter ärztlicher Kontrolle geplant werden.

Dickere Hautbrücken können ein anderes Vorgehen oder einen kleinen Eingriff benötigen. Ohne Beurteilung der Art wird nicht für alle Fälle dieselbe Behandlung empfohlen.

Sollte man sie zu Hause lösen?

Verklebungen dürfen nicht gewaltsam gelöst werden. Wiederholtes Ziehen oder manuelles Trennen kann Verletzungen und Narben verursachen; erneute Verklebungen sind möglich.

Die Familie erhält einen auf das Kind abgestimmten Kontroll- und Pflegeplan.